BETEILIGUNGEN AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN

Mit Wirkung zum 15. Januar 2010 hatte Volkswagen 19,89 % der Aktien an der Suzuki Motor Corporation, Hamamatsu, Japan, zu einem Kaufpreis von 1,7 Mrd. € erworben. Nach der Ausübung ausstehender Wandelschuldverschreibungen anderer Investoren war der Anteil von Volkswagen an Suzuki zwischenzeitlich auf 19,37 % gesunken. Durch den Kauf weiterer Aktien war der Anteil zum 30. Juni 2010 wieder auf 19,89 % erhöht worden.

Aufgrund der in der Rahmenvereinbarung verabredeten wirtschaftlichen Kooperation handelte es sich bei Suzuki bis September 2011 um ein assoziiertes Unternehmen. Die Bewertung der Anteile erfolgte nach der Equity-Methode. Die genaue Verteilung des Kaufpreises auf die Vermögenswerte und Schulden der Suzuki Motor Corporation wurde im laufenden Jahr abgeschlossen. Es ist zu keiner wesentlichen Anpassung der im Vorjahr allokierten Werte gekommen.

Durch Suzukis Mitteilung vom 13. September 2011, die Zusammenarbeit mit Volkswagen beenden zu wollen, und die zurzeit nicht absehbare Reetablierung einer Zusammenarbeit ist bis auf Weiteres die Möglichkeit, maßgeblichen Einfluss auf Suzuki auszuüben, nicht mehr gegeben. Die Equity-Methode wurde zu diesem Zeitpunkt beendet und der Unterschiedsbetrag zwischen Equity-Buchwert und beizulegendem Zeitwert der Anteile im Übergangszeitpunkt erfolgswirksam als Aufwand aus assoziierten Unternehmen erfasst. Unter Berücksichtigung der Realisation der bisher erfolgsneutral direkt im Eigenkapital erfassten Beträge in Höhe von 430 Mio. € ergibt sich ein Aufwand aus der Beendigung der Equity-Methode von 263 Mio. €. Die Anteile an Suzuki werden seitdem unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesen und erfolgsneutral mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet.

Mit dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der MAN SE ist Volkswagen die Beteiligung von 25 % plus einer Aktie der MAN Gruppe an dem chinesischen Lkw-Hersteller Sinotruk Ltd. zuzurechnen. Am Bilanzstichtag betrug der Börsenwert dieser Beteiligung 298 Mio. €. Aufgrund lokaler Kapitalmarktvorschriften hinsichtlich der Veröffentlichung von Finanzinformationen für die Beteiligung enthält die Konzern Gewinn- und Verlustrechnung im Geschäftsjahr 2011 kein anteiliges Ergebnis. Außerdem ist Volkswagen die 30-prozentige Beteiligung von MAN an der Ferrostaal AG, Essen, zuzurechnen. Für die Beteiligung bestand bereits zum Erwerbszeitpunkt die Absicht zur kurzfristigen Weiterveräußerung, weshalb die Anteile als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und nicht nach der Equity-Methode bewertet wurden. Die Beteiligung ist vollständig wertberichtigt. Am 28. November 2011 hat MAN im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung mit der International Petroleum Investment Company (IPIC), Abu Dhabi, die Rückübertragung der von IPIC an Ferrostaal gehaltenen 70-prozentigen Beteiligung an MAN sowie den Rückkauf dieser Anteile durch MAN von IPIC vereinbart. Nach Maßgabe der Vergleichsvereinbarung ist MAN zu einer Zahlung von 350 Mio. € verpflichtet. IPIC hatte Anfang 2009 ein Aktienpaket in Höhe von 70 % an Ferrostaal erworben. Gleichzeitig hat MAN eine Vereinbarung mit der MPC Gruppe, Hamburg, getroffen; danach wird die MPC Gruppe 100 % der Aktien an Ferrostaal von MAN unmittelbar im Anschluss an den Vollzug der Vergleichsvereinbarung mit IPIC erwerben. Die Transaktion hängt von der Freigabe der zuständigen Kartellbehörden ab. Die MPC Gruppe erwirbt Ferrostaal von MAN für bis zu 160 Mio. €. Aus der Vergleichsvereinbarung ergaben sich für Volkswagen keine Ergebnisauswirkungen, da die Ergebniseffekte der Transaktion bereits in der Kaufpreisallokation als Eventualverbindlichkeit für die MAN Gruppe berücksichtigt wurden.

Aufgrund der Anteilsquote sind dem Volkswagen Konzern folgende Werte an Sinotruk (im Vorjahr MAN und Suzuki) zuzurechnen:

  Download

 

 

 

 

 

Mio. €

 

2011

 

2010

1

Geschäftsjahr 2011: Die Angaben betreffen den Bilanzstichtag 30. Juni 2011.

2

Für das Geschäftsjahr 2011 wurde im Volkswagen Konzernabschluss kein Ergebnis erfasst.

Vermögenswerte1

 

1.601

 

8.909

Schulden1

 

1.053

 

5.299

Erlöse2

 

1.079

 

8.788

Periodenergebnis2

 

49

 

305

Am 31. Dezember 2011 haben MAN und die Rheinmetall AG, Düsseldorf, ihre Produktionskapazitäten für militärische Radfahrzeuge in der 2010 gegründeten Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH, München, gebündelt. An dieser Gesellschaft ist der Volkswagen Konzern über MAN Truck & Bus AG mit 49 % beteiligt. Die Beteiligung an der Gesellschaft wird nach der Equity-Methode bilanziert und ist zum 31. Dezember 2011 mit 132 Mio. € in den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen enthalten. Die Equity-Methode wird mit einem Zeitverzug von drei Monaten angewandt.

BETEILIGUNGEN AN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

Aufgrund der Anteilsquote an den Gemeinschaftsunternehmen (im Wesentlichen FAW -Volkswagen Automotive Company (40 %), Global Mobility Holding (50 %), Porsche Zwischenholding GmbH (49,9 %) und Shanghai-Volkswagen Automotive Company (50 %)) sind dem Volkswagen Konzern anteilig folgende Werte zuzurechnen:

  Download

 

 

 

 

 

Mio. €

 

2011

 

2010

Langfristige Vermögenswerte

 

15.786

 

13.805

Kurzfristige Vermögenswerte

 

14.274

 

12.487

Langfristige Schulden

 

10.954

 

10.457

Kurzfristige Schulden

 

13.700

 

12.043

Erträge

 

26.806

 

21.162

Aufwendungen

 

23.975

 

18.988

Der Volkswagen Konzern ist über seinen 50 %-Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen Global Mobility Holding B.V., Amsterdam, Niederlande, mittelbar zu 50 % an dem Gemeinschaftsunternehmen LeasePlan Corporation N.V., Amsterdam, Niederlande, beteiligt. Volkswagen hat sich mit der Fleet Investments B.V., Amsterdam, Niederlande, einer Beteiligungsgesellschaft der Familie von Metzler, auf den Einstieg in 2010 als neuer Co-Investor bei der Global Mobility Holding für zunächst zwei Jahre verständigt. Im Geschäftsjahr 2011 wurde der Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert. Die bisherigen Co-Investoren haben ihre Anteile am 1. Februar 2010 auf Geheiß der Volkswagen AG auf die Fleet Investments B.V. zum Kaufpreis von 1,4 Mrd. € übertragen. Die Volkswagen AG gewährte dem neuen Co-Investor ein Andienungsrecht über seine Anteile, bei dessen Ausübung Volkswagen den ursprünglichen Kaufpreis zuzüglich anteiliger thesaurierter Vorzugsdividenden oder den gegebenenfalls höheren Zeitwert zu leisten hat. Das Andienungsrecht wird mit seinem beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Daneben verpfändet Volkswagen Ansprüche aus beim Bankhaus Metzler gezeichneten Einlagezertifikaten in Höhe von 1,4 Mrd. € für einen der Fleet Investments B.V. durch das Bankhaus Metzler gewährten Kredit. Durch diese Verpfändung wird das Risiko des Volkswagen Konzerns aus der vorgenannten Stillhalterposition nicht erhöht.

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