27 Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Leistungen des Konzerns variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter ab.

Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Zusagen. Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen; sie beliefen sich 2011 im Volkswagen Konzern auf insgesamt 1.237 Mio. € (Vorjahr: 1.040 Mio. €). Davon wurden in Deutschland für die gesetzliche Rentenversicherung Beiträge in Höhe von 925 Mio. € (Vorjahr: 816 Mio. €) geleistet.

Überwiegend basieren die Altersversorgungssysteme auf Leistungszusagen (Defined Benefit Plans), wobei zwischen rückstellungs- und extern finanzierten Versorgungssystemen unterschieden wird.

Die Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Zusagen werden gemäß IAS 19 nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen für die relevanten Größen, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Bei allen Leistungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen erforderlich. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste ergeben sich aus Bestandsänderungen und Abweichungen der tatsächlichen Trends (zum Beispiel Einkommens-, Rentenerhöhungen, Zinssatzänderungen) gegenüber den Rechnungsannahmen des Vorjahres. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste verrechnen wir erfolgsneutral mit den Rücklagen.

Wegen ihres Versorgungscharakters werden insbesondere die Verpflichtungen der US-amerikanischen Konzerngesellschaften für die Krankheitskosten der Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand ebenfalls unter den Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Zusagen ausgewiesen. Für diese pensionsähnlichen Verpflichtungen wird die erwartete langfristige Kostenentwicklung der Krankheitskosten berücksichtigt. Eine Erhöhung oder Verminderung der angenommenen Kostentrends im Bereich der medizinischen Versorgung um einen Prozentpunkt würde sich nur geringfügig auf die Höhe der Verpflichtungen auswirken. Im Geschäftsjahr 2011 wurden 16 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) als Aufwand für Krankheitskosten erfasst. Der zugehörige Bilanzwert zum 31. Dezember 2011 beträgt 196 Mio. € (Vorjahr: 175 Mio. €).

Die betriebliche Altersversorgung im Volkswagen Konzern beruht seit 1996 in Deutschland auf einer Rentenbausteinzusage, die nach IAS 19 als leistungsorientierte Zusage eingestuft wird. Seit dem 1. Januar 2001 ist dieses Modell zu einem Pensionsfonds weiterentwickelt worden. Dabei wird der jährliche vergütungsabhängige Versorgungsaufwand treuhänderisch durch den Volkswagen Pension Trust e.V. in Fonds angelegt. Dieses Modell bietet durch die Fondsanlage die Chance zu einer Steigerung der Versorgungsansprüche und sichert diese zusätzlich ab. Aus diesem Grund haben sich inzwischen fast alle inländischen Konzerngesellschaften hieran beteiligt. Da die treuhänderisch verwalteten Fondsanteile die Voraussetzungen von IAS 19 als Planvermögen erfüllen, ist insoweit eine Verrechnung mit den Rückstellungen erfolgt.

Soweit bei den ausländischen Konzerngesellschaften eine Absicherung vorgenommen wird, beruht diese im Wesentlichen auf Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Immobilien.

Folgende Beträge wurden für leistungsorientierte Zusagen in der Bilanz erfasst:

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Mio. €

 

31.12.2011

 

31.12.2010

 

31.12.2009

 

31.12.2008

 

31.12.2007

Barwert der extern finanzierten Verpflichtungen

 

7.228

 

4.885

 

4.120

 

3.240

 

3.330

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens

 

6.559

 

4.554

 

3.852

 

3.153

 

3.422

Finanzierungsstatus (Saldo)

 

668

 

331

 

268

 

87

 

–92

Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtungen

 

16.023

 

14.986

 

13.552

 

12.743

 

12.532

Nicht erfasster nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

 

33

 

35

 

36

 

22

 

31

Aufgrund der Begrenzung von IAS 19 nicht als Vermögenswert bilanzierter Betrag

 

14

 

22

 

26

 

34

 

31

Bilanzwerte

 

16.739

 

15.375

 

13.881

 

12.886

 

12.502

davon Pensionsrückstellungen

 

16.787

 

15.432

 

13.936

 

12.955

 

12.603

davon Sonstige Vermögenswerte

 

48

 

57

 

54

 

69

 

101

Der Barwert der Verpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen:

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Mio. €

 

2011

 

2010

Barwert der Verpflichtungen am 01.01.

 

19.871

 

17.672

Laufender Dienstzeitaufwand

 

391

 

366

Aufzinsung der Verpflichtung

 

994

 

972

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

 

821

 

1.352

Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds

 

25

 

20

Rentenzahlungen aus Firmenvermögen

 

679

 

643

Rentenzahlungen aus dem Fonds

 

123

 

114

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

 

–10

 

3

Gewinne aus Plankürzung und -abgeltung

 

–8

 

–24

Abgeltungen

 

–14

 

Konsolidierungskreisänderungen

 

2.056

 

45

Sonstige Veränderungen

 

–19

 

0

Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland

 

–54

 

222

Barwert der Verpflichtungen am 31.12.

 

23.251

 

19.871

Die Entwicklung des Planvermögens ist aus folgender Tabelle ersichtlich:

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Mio. €

 

2011

 

2010

Fair Value des Planvermögens am 01.01.

 

4.554

 

3.852

Erwartete Erträge aus Planvermögen

 

272

 

247

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

 

–184

 

42

Arbeitgeberbeiträge an den Fonds

 

391

 

333

Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds

 

25

 

21

Rentenzahlungen aus dem Fonds

 

123

 

111

Abgeltungen

 

14

 

Konsolidierungskreisänderungen

 

1.706

 

18

Sonstige Veränderungen

 

–36

 

–1

Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland

 

–30

 

154

Fair Value des Planvermögens am 31.12.

 

6.559

 

4.554

Aus der Anlage der Planvermögen zur Deckung der zukünftigen Pensionsverpflichtungen ergaben sich Erträge in Höhe von 88 Mio. € (Vorjahr: 288 Mio. €).

Das Planvermögen enthält 17 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) Anlagen in Vermögenswerte und 11 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €) Anlagen in Schuldinstrumente des Volkswagen Konzerns.

Die langfristig erwartete Verzinsung der Fondsvermögen basiert auf den tatsächlichen langfristig erzielten Erträgen des Portfolios, auf den historischen Gesamtmarktrenditen und einer Prognose über die voraussichtlichen Renditen der in den Portfolios enthaltenen Wertpapiergattungen. Die Prognosen beruhen auf detaillierten Analysen, die von Versicherungsmathematikern und Experten der Investmentbranche durchgeführt werden. Da die erwartete restliche Dienstzeit als Anlagehorizont dient, wurde die Annahme über die erwartete Verzinsung im Wesentlichen nicht verändert.

Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Fondsvermögen voraussichtlich auf 426 Mio. € (Vorjahr: 403 Mio. €) belaufen.

Das Fondsvermögen setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

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%

 

2011

 

2010

Aktien

 

24,9

 

29,8

Festverzinsliche Wertpapiere

 

58,6

 

52,9

Kasse

 

2,6

 

8,0

Immobilien

 

3,7

 

4,3

Sonstiges

 

10,3

 

5,1

Folgende Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

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Mio. €

 

2011

 

2010

Laufender Dienstzeitaufwand

 

391

 

366

Aufzinsung der Verpflichtung

 

994

 

972

Erwartete Erträge aus Planvermögen

 

272

 

247

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

 

–10

 

3

Verluste/Gewinne aus Plankürzung und -abgeltung

 

–8

 

–24

Saldo der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Aufwendungen und Erträge

 

1.095

 

1.070

Die obigen Beträge sind grundsätzlich in den Personalkosten der Funktionsbereiche enthalten; die Aufzinsung der Verpflichtung und die erwarteten Erträge aus Planvermögen werden in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen.

Zum Bilanzstichtag sind versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in Höhe von 2.965 Mio. € (Vorjahr: 2.248 Mio. €) in der Bilanz eigenkapitalmindernd berücksichtigt.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen, also die Abweichungen zwischen der gemäß den versicherungsmathematischen Annahmen erwarteten und der tatsächlichen Entwicklung der Verpflichtungen und Vermögenswerte, können folgender Tabelle entnommen werden:

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Mio. €

 

2011

 

2010

 

2009

 

2008

 

2007

Unterschiede zwischen erwartetem und tatsächlichem Verlauf:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in % des Barwertes der Verpflichtung

 

–0,79

 

0,39

 

1,16

 

–1,04

 

–0,48

in % des Fair Value des Planvermögens

 

–2,50

 

0,13

 

3,16

 

–10,47

 

–2,44

Der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurden die folgenden Annahmen zugrunde gelegt:

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Deutschland

 

Ausland

%

 

2011

 

2010

 

2011

 

2010

Abzinsungssatz zum 31.12.

 

4,60

 

4,90

 

5,39

 

6,04

Erwartete Erträge aus Planvermögen

 

4,14

 

4,25

 

6,78

 

7,56

Entgelttrend

 

2,80

 

2,70

 

3,81

 

4,32

Rententrend

 

1,55

 

1,52

 

2,67

 

2,76

Fluktuationsrate

 

1,10

 

0,80

 

4,20

 

4,16

Jährlicher Anstieg der Kosten für Gesundheitsfürsorge

 

 

 

6,72

 

6,47

Ab dem Geschäftsjahr 2011 werden für alle Annahmen gewichtete Durchschnittswerte angegeben. Das Vorjahr wurde angepasst.

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