10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

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ZUSAMMENSETZUNG DES STEUERERTRAGS UND -AUFWANDS

 

 

Mio. €

 

2011

 

2010

Tatsächlicher Steueraufwand Inland

 

2.758

 

1.719

Tatsächlicher Steueraufwand Ausland

 

1.673

 

1.536

Tatsächlicher Steueraufwand

 

4.431

 

3.255

davon periodenfremde Aufwendungen

 

(–7)

 

(–55)

Ertrag aus der Auflösung von Steuerrückstellungen

 

–80

 

–292

Tatsächliche Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

 

4.351

 

2.963

Latenter Steuerertrag/-aufwand Inland

 

–799

 

–427

Latenter Steuerertrag/-aufwand Ausland

 

–425

 

–768

Latenter Steuerertrag

 

–1.225

 

–1.196

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

 

3.126

 

1.767

Für die Ermittlung der laufenden Steuern in Deutschland wird ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz von 15 % (Vorjahr: 15 %) und darauf ein Solidaritätszuschlag von 5,5 % zugrunde gelegt. Neben der Körperschaftsteuer wird für in Deutschland erzielte Gewinne Gewerbesteuer erhoben. Unter Berücksichtigung der Nichtabzugsfähigkeit der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe ab dem Geschäftsjahr 2008 ergibt sich für die Gewerbesteuer ein durchschnittlicher Steuersatz von 13,7 %, sodass hieraus ein inländischer Gesamtsteuersatz von 29,5 % resultiert.

Die angewandten lokalen Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften variieren zwischen 0 und 42 %. Bei gespaltenen Steuersätzen wird der Thesaurierungssteuersatz angewandt.

Die Realisierung steuerlicher Verlustvorträge aus Vorjahren führte im Jahr 2011 zu einer Minderung der laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von 419 Mio. € (Vorjahr: 487 Mio. €).

Bisher noch nicht genutzte Verlustvorträge bestanden in Höhe von 8.628 Mio. € (Vorjahr: 8.311 Mio. €). Verlustvorträge in Höhe von 6.742 Mio. € (Vorjahr: 6.629 Mio. €) sind zeitlich unbegrenzt nutzbar, während 582 Mio. € (Vorjahr: 685 Mio. €) innerhalb der nächsten zehn Jahre zu verwenden sind. Darüber hinaus bestanden steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1.304 Mio. € (Vorjahr: 997 Mio. €), die innerhalb eines Zeitraums von 15 beziehungsweise 20 Jahren genutzt werden können. Verlustvorträge in Höhe von 5.547 Mio. € (Vorjahr: 5.427 Mio. €) wurden als nicht nutzbar eingeschätzt.

Die Zunahme der als nicht nutzbar eingeschätzten Verlustvorträge in Höhe von ca. 5 Mrd. € resultierte im Geschäftsjahr 2010 im Wesentlichen aus einer Einheit im Scania-Teilkonzern. Da hinsichtlich dieses Betrages zurzeit keine ausreichende positive Ergebnisprognose für die Einheit besteht, sind entsprechende aktive latente Steuern nicht angesetzt worden.

Aufgrund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften aus früheren Perioden mindert sich der tatsächliche Ertragsteueraufwand im laufenden Geschäftsjahr um 169 Mio. € (Vorjahr: 84 Mio. €). Der Betrag des latenten Steueraufwandes mindert sich um 23 Mio. € (Vorjahr: 58 Mio. €) aufgrund bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften einer früheren Periode. Der latente Steueraufwand aus der Abwertung eines latenten Steueranspruchs beträgt 86 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio. €).

Latente Steuern werden angesetzt, soweit Einkünfte von Tochterunternehmen aufgrund besonderer lokaler steuerlicher Regelungen in der Vergangenheit steuerbefreit waren und soweit die Steuereffekte bei Wegfall der temporären Steuerbefreiung absehbar sind. Die von verschiedenen Staaten zum Ausgleich für den Wegfall der betragsmäßig unbegrenzten Steuerbefreiungen gewährten Steuerguthaben führten zum Ansatz eines Steuervorteils in Höhe von 209 Mio. € (Vorjahr: 76 Mio. €). Die aus anderen Gründen gewährten Steuerguthaben betrugen 470 Mio. € (Vorjahr: 126 Mio. €).

Für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 159 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) und für Steuergutschriften, die in der Zeit von 2012 bis 2024 verfallen würden, wurde in Höhe von 437 Mio. € (Vorjahr: 563 Mio. €) in der Bilanz kein latenter Steueranspruch erfasst.

Im Geschäftsjahr 2006 wurde aufgrund geänderter gesetzlicher Bestimmungen in Deutschland erstmalig ein Körperschaftsteuererstattungsanspruch erfolgswirksam als laufender Ertragsteueranspruch aktiviert und in der Bilanz unter den Ertragsteuerforderungen mit einem Barwert von 951 Mio. € angesetzt. Am Bilanzstichtag betrug der Barwert des Erstattungsanspruchs 725 Mio. €.

Aus Steuersatzänderungen resultierten konzernweit latente Steuererträge in Höhe von 41 Mio. € (Vorjahr: Steueraufwendungen 20 Mio. €).

Latente Steuern in Höhe von 439 Mio. € (Vorjahr: 605 Mio. €) wurden aktiviert, ohne dass diesen passive latente Steuern in entsprechender Höhe gegenüberstehen. Die betroffenen Gesellschaften erwarten nach Verlusten im aktuellen Geschäftsjahr oder im Vorjahr in Zukunft positive steuerliche Einkünfte.

In Höhe von insgesamt 1.790 Mio. € (Vorjahr: 943 Mio. €) wurden latente Steuern in der Bilanz eigenkapitalerhöhend berücksichtigt, die auf direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen entfallen. Davon betreffen 37 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €) Minderheitsanteile. Im laufenden Geschäftsjahr ergab sich eine Minderung der latenten Steuern in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: – Mio. €) durch Effekte aus Kapitaltransaktionen mit Minderheiten. Die Entwicklung der latenten Steuern nach Sachverhalten sind in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt.

Im Vorjahr wurden aus Eigenkapitalbeschaffungskosten resultierende Steuereffekte in Höhe von 35 Mio. € unmittelbar der Kapitalrücklage gutgeschrieben.

Im laufenden Geschäftsjahr direkt im Eigenkapital gebuchte latente Steuern sind ausführlich in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt.

LATENTE STEUERN NACH BILANZPOSTEN

Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzposten und auf steuerliche Verlustvorträge entfielen die folgenden bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern:

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Aktive latente Steuern

 

Passive latente Steuern

Mio. €

 

31.12.2011

 

31.12.2010

 

31.12.2011

 

31.12.2010

Immaterielle Vermögenswerte

 

348

 

311

 

4.568

 

2.323

Sachanlagen und Vermietete Vermögenswerte

 

3.287

 

4.019

 

3.958

 

3.315

Langfristige Finanzanlagen

 

33

 

536

 

23

 

29

Vorräte

 

1.345

 

269

 

532

 

443

Forderungen und sonstige Vermögenswerte (inkl. Finanzdienstleistungsbereich)

 

1.228

 

1.110

 

5.136

 

5.234

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

 

1.113

 

303

 

199

 

51

Pensionsrückstellungen

 

2.279

 

1.703

 

270

 

4

Verbindlichkeiten und sonstige Rückstellungen

 

6.374

 

4.771

 

374

 

308

Steuerliche Verlustvorträge

 

938

 

920

 

 

Wertberichtigung auf sonstige aktive latente Steuern

 

–84

 

 

 

Bruttowert

 

16.862

 

13.942

 

15.059

 

11.706

davon langfristig

 

(10.720)

 

(9.558)

 

(12.059)

 

(8.710)

Saldierung

 

11.285

 

10.205

 

11.285

 

10.205

Konsolidierung

 

756

 

510

 

351

 

167

Bilanzansatz

 

6.333

 

4.248

 

4.125

 

1.669

Nach IAS 12 sind latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten zu saldieren, sofern sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und fristenkongruent sind.

Der ausgewiesene Steueraufwand des Jahres 2011 von 3.126 Mio. € (Vorjahr: 1.767 Mio. €) war um 2.457 Mio. € (Vorjahr: 886 Mio. €) niedriger als der erwartete Steueraufwand von 5.583 Mio. €, der sich bei Anwendung eines Thesaurierungssatzes von 29,5 % auf das Vorsteuerergebnis des Konzerns ergeben würde. Verursacht wurde diese Differenz im Wesentlichen durch die Bewertung von Call- und Put-Optionen im Zusammenhang mit dem Erwerb der ausstehenden Anteile an der Porsche Zwischenholding , die im Konzern ohne Steuereffekt bleibt.

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ÜBERLEITUNG VOM ERWARTETEN ZUM AUSGEWIESENEN ERTRAGSTEUERAUFWAND

Mio. €

 

2011

 

2010

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

18.926

 

8.994

Erwarteter Ertragsteueraufwand (Steuersatz 29,5 %; Vorjahr 29,5 %)

 

5.583

 

2.653

Überleitung:

 

 

 

 

Abweichende ausländische Steuerbelastung

 

–38

 

–158

Steueranteil für:

 

 

 

 

steuerfreie Erträge

 

–693

 

–678

steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen

 

189

 

157

Effekte aus Verlustvorträgen und tax credits

 

–102

 

–125

temporäre Differenzen, für die keine latenten Steuern erfasst wurden

 

–1.839

 

48

Steuergutschriften

 

–51

 

–107

Periodenfremde Steuern

 

–6

 

–164

Effekte aus Steuersatzänderungen

 

–41

 

20

Sonstige Steuereffekte

 

124

 

121

Ausgewiesener Ertragsteueraufwand

 

3.126

 

1.767

Effektiver Steuersatz in %

 

16,5

 

19,7

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