4.1 SICHERUNGSPOLITIK UND FINANZDERIVATE

Im Zuge der allgemeinen Geschäftstätigkeit ist der Volkswagen Konzern Währungs-, Zins-, Rohstoffpreis-, Aktienkurs- und Fondspreisrisiken ausgesetzt. Es ist Unternehmenspolitik, diese Risiken durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften zu begrenzen, beziehungsweise auszuschließen. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen werden mit Ausnahme der beiden Teilkonzerne Scania und MAN durch Konzern-Treasury zentral durchgeführt, beziehungsweise koordiniert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bestanden keine wesentlichen Risikokonzentrationen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Gewinne und Verluste aus Sicherungsbeziehungen:

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Mio. €

 

2011

 

2010

Sicherungsinstrumente Fair-Value-Hedges

 

206

 

–105

Grundgeschäfte Fair-Value-Hedges

 

–220

 

30

Ineffektiver Teil von Cash-flow-Hedges

 

–7

 

38

Als ineffektiver Teil von Cash-flow-Hedges werden die Erträge oder Aufwendungen aus Fair-Value-Änderungen von Sicherungsinstrumenten bezeichnet, die die Fair-Value-Änderungen der Grundgeschäfte übersteigen, bei denen aber insgesamt eine Effektivität im zulässigen Rahmen zwischen 80 % und 125 % nachgewiesen wurde. Diese Erträge beziehungsweise Aufwendungen werden unmittelbar im Finanzergebnis erfasst.

Aus der Cash-flow-Hedge-Rücklage wurden im Jahr 2011 –71 Mio. € (Vorjahr: –310 Mio. €) ergebnisverbessernd in das Sonstige betriebliche Ergebnis, 29 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) ergebnisvermindernd in das Finanzergebnis und –24 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) ergebnisverbessernd in die Kosten der Umsatzerlöse übernommen.

Zur Darstellung von Marktpreisrisiken aus originären und derivativen Finanzinstrumenten nach IFRS 7 kommen im Volkswagen Konzern zwei verschiedene Methoden zur Anwendung. Für die Bewertung der Währungs- und Zinsrisiken des Teilkonzerns Volkswagen Finanzdienstleistungen wird ein Value-at-Risk-Modell eingesetzt, während die Marktpreisrisiken der übrigen Konzerngesellschaften mit Hilfe einer Sensitivitätsanalyse ermittelt werden. Im Rahmen der Value-at-Risk-Berechnung wird auf Grundlage einer historischen Simulation auf Basis der letzten 1.000 Handelstage die potenzielle Veränderung von Finanzinstrumenten bei Variationen von Zinssätzen und Wechselkursen ermittelt. Weitere Berechnungsparameter sind eine Haltedauer von 40 Tagen und die Einstellung eines Konfidenzniveaus von 99 %. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse wird durch Variation von Risikovariablen innerhalb der jeweiligen Marktpreisrisiken der Effekt auf Eigenkapital und Ergebnis ermittelt.

4.2 MARKTPREISRISIKO VOLKSWAGEN KONZERN
(OHNE VOLKSWAGEN FINANZDIENSTLEISTUNGEN)

4.2.1 Währungsrisiko

Das Währungsrisiko des Volkswagen Konzerns (ohne Volkswagen Finanzdienstleistungen) resultiert aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen sowie der operativen Geschäftstätigkeit. Zur Begrenzung des Währungsrisikos werden Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen, Währungsswaps sowie kombinierte Zins-/Währungsswaps eingesetzt. Diese Geschäfte beziehen sich auf die Kurssicherung aller Zahlungen der allgemeinen Geschäftstätigkeit, welche nicht in der funktionalen Währung der jeweiligen Konzernunternehmen erfolgen. Im Finanzierungsbereich gilt der Grundsatz der Währungskongruenz.

Im Rahmen des Managements der Währungsrisiken betrafen die Kurssicherungen im Jahr 2011 im Wesentlichen das britische Pfund, den US-Dollar, den chinesischen Renminbi, den Schweizer Franken, den japanischen Yen, die schwedische Krone, den russischen Rubel und den australischen Dollar.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 finden alle nicht funktionalen Währungen Berücksichtigung, in denen der Volkswagen Konzern Finanzinstrumente eingeht.

Wenn die jeweiligen funktionalen Währungen sich gegenüber den übrigen Währungen um 10 % auf- oder abgewertet hätten, ergäben sich in Bezug auf die nachfolgend genannten Währungsrelationen die folgenden Effekte auf die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und das Ergebnis nach Ertragsteuern. Ab dem Geschäftsjahr 2011 wird der Effekt aus Währungsänderungen als nach-Steuer-Wert gezeigt. Die Vorjahreswerte wurden zur besseren Vergleichbarkeit angepasst. Ein Aufsummieren der einzelnen Werte ist nicht zweckmäßig, da den Ergebnissen je nach funktionaler Währung andere Szenarien zugrunde liegen.

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31.12.2011

 

31.12.2010

Mio. €

 

+10 %

 

–10 %

 

+10 %

 

–10 %

Währungsrelation

 

 

 

 

 

 

 

 

EUR/USD

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

1.519

 

–1.471

 

1.760

 

–1.663

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

–207

 

185

 

–179

 

138

EUR/GBP

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

897

 

–897

 

587

 

–587

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

3

 

–3

 

–2

 

2

EUR/CHF

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

354

 

–354

 

173

 

–173

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

–6

 

6

 

0

 

0

EUR/CNY

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

271

 

–271

 

11

 

–11

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

–76

 

76

 

3

 

–3

EUR/JPY

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

189

 

–189

 

186

 

–186

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

9

 

–9

 

5

 

–5

EUR/SEK

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

125

 

–125

 

95

 

–95

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

–26

 

26

 

–15

 

15

EUR/AUD

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

97

 

–97

 

87

 

–87

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

–23

 

23

 

–17

 

17

EUR/CZK

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

73

 

–73

 

85

 

–85

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

–36

 

36

 

0

 

0

EUR/PLN

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

–75

 

75

 

–34

 

34

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

–19

 

19

 

–6

 

6

EUR/CAD

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

92

 

–92

 

79

 

–79

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

0

 

0

 

0

 

0

CZK/GBP

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

88

 

–88

 

62

 

–62

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

0

 

0

 

0

 

0

CZK/CHF

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

66

 

–66

 

47

 

–47

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

0

 

0

 

0

 

0

CZK/USD

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

62

 

–62

 

45

 

–45

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

–2

 

2

 

–3

 

3

EUR/HUF

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

–58

 

58

 

–18

 

18

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

3

 

–3

 

0

 

0

EUR/RUB

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherungsrücklage

 

9

 

–9

 

20

 

–20

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

–49

 

49

 

–38

 

38

4.2.2 Zinsrisiko

Das Zinsrisiko für den Volkswagen Konzern (ohne Volkswagen Finanzdienstleistungen) resultiert aus Änderungen der Marktzinssätze, vor allem bei mittel- und langfristig variabel verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten. Zur Sicherung werden überwiegend im Rahmen von Fair-Value- beziehungsweise Cash-flow-Hedges und in Abhängigkeit der Marktlage Zinsswaps, kombinierte Zins-/Währungsswaps sowie sonstige Zinskontrakte abgeschlossen. Konzerninterne Finanzierungen werden in der Regel fristenkongruent zur Refinanzierung strukturiert.

Zinsrisiken im Sinne von IFRS 7 werden für diese Gesellschaften mittels Sensitivitätsanalyse ermittelt. Hierbei werden Effekte der Risikovariablen Marktzinssätze auf das Finanzergebnis sowie das Eigenkapital, unter Berücksichtigung von Steuern, dargestellt. Der Ausweis der Sensitivitäten wurde zum Geschäftsjahr 2011 auf nach-Steuer-Werte umgestellt, das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.

Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2011 um 100 bps höher gewesen wäre, wäre das Eigenkapital um 60 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) niedriger ausgefallen. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2011 um 100 bps niedriger gewesen wäre, wäre das Eigenkapital um 58 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) höher ausgefallen.

Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2011 um 100 bps höher gewesen wäre, wäre das Ergebnis nach Steuern um 120 Mio. € (Vorjahr: 55 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2011 um 100 bps niedriger gewesen wäre, wäre das Ergebnis nach Steuern um 124 Mio. € (Vorjahr: 55 Mio. €) niedriger ausgefallen.

4.2.3 Rohstoffrisiko

Rohstoffrisiken für den Volkswagen Konzern (ohne Volkswagen Finanzdienstleistungen) resultieren im Wesentlichen aus Preisschwankungen sowie der Verfügbarkeit von Nicht-Eisenmetallen und Edelmetallen sowie Kohle, CO2-Zertifikaten und Kautschuk. Zur Begrenzung dieser Risiken werden Termingeschäfte und Swaps abgeschlossen.

Für die Sicherung der Rohstoffrisiken aus Aluminium, Kupfer und Kohle erfolgt teilweise eine Bilanzierung als Hedge Accounting nach IAS 39.

Rohstoffpreisrisiken im Sinne von IFRS 7 werden mittels Sensitivitätsanalyse dargestellt. Diese stellt den Effekt von Änderungen der Risikovariablen Rohstoffpreise auf das Ergebnis nach Steuern und das Eigenkapital dar. Ab dem Geschäftsjahr 2011 wird der Effekt aus Änderungen des Rohstoffpreises als nach-Steuer-Wert gezeigt. Die Vorjahreswerte wurden zur besseren Vergleichbarkeit angepasst.

Wenn die Rohstoffpreise der gesicherten Metalle sowie der Kohle und Kautschuk zum 31. Dezember 2011 um 10 % höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragssteuern um 169 Mio. € (Vorjahr: 74 Mio. €) höher (niedriger) ausgefallen.

Wenn die Rohstoffpreise der als Hedge Accounting bilanzierten Sicherungsgeschäfte zum 31. Dezember 2011 um 10 % höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Eigenkapital um 84 Mio. € (Vorjahr: 88 Mio. €) höher (niedriger) ausgefallen.

4.2.4 Aktien- und Anleihekursrisiko

Die aus der Überschussliquidität aufgelegten Spezialfonds sowie die zum Fair Value bewerteten Beteiligungen unterliegen insbesondere einem Aktien- und Anleihekursrisiko, welches sich aus der Schwankung von Börsenkursen, Börsenindizes und Marktzinssätzen ergeben kann. Die sich aus einer Variation der Marktzinssätze ergebenden Veränderungen der Anleihekurse werden, wie die Bewertung von Währungs- und sonstigen Zinsrisiken aus den Spezialfonds sowie der zum Fair Value bewerteten Beteiligungen in den Abschnitten 4.2.1 und 4.2.2 quantifiziert. Generell wirken wir den Risiken aus Spezialfonds dadurch entgegen, dass wir, wie in den Anlagerichtlinien festgelegt, bei der Anlage von Mitteln auf eine breite Streuung hinsichtlich der Produkte, Emittenten und der regionalen Märkte achten. Daneben setzen wir bei entsprechender Marktlage Kurssicherungsgeschäfte in Form von Futures-Kontrakten ein. Die entsprechenden Maßnahmen werden mit Ausnahme der beiden Teilkonzerne Scania und MAN durch Konzern-Treasury zentral koordiniert und durch das Risikomanagement der Spezialfonds operativ umgesetzt.

IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung von Marktrisiken Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf den Preis von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen hierbei insbesondere Börsenkurse oder Indizes sowie Zinsänderungen als Parameter von Anleihekursen infrage. Ab dem Geschäftsjahr 2011 wird der Effekt aus Änderungen der Risikovariablen als nach-Steuer-Wert gezeigt. Die Vorjahreswerte wurden zur besseren Vergleichbarkeit angepasst.

Wenn zum 31. Dezember 2011 die Aktienkurse um 10 % höher gewesen wären, wäre das Eigenkapital um 159 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn zum 31. Dezember 2011 die Aktienkurse um 10 % niedriger gewesen wären, wäre das Eigenkapital um 159 Mio. € (Vorjahr: 20 Mio. €) niedriger ausgefallen.

4.3 MARKTPREISRISIKO VOLKSWAGEN FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Das Währungskursrisiko des Teilkonzerns Volkswagen Finanzdienstleistungen resultiert im Wesentlichen aus von der funktionalen Währung abweichenden Vermögenswerten sowie Refinanzierungen innerhalb der operativen Geschäftstätigkeit. Das Zinsrisiko ergibt sich aus fristeninkongruenten Refinanzierungen und aus unterschiedlichen Zinselastizitäten der einzelnen Aktiv- und Passivpositionen. Diese Risiken werden durch den Abschluss von Währungs- beziehungsweise Zinssicherungsgeschäften begrenzt.

Im Rahmen der Zinssicherungsgeschäfte kommen Mikro- und seit 2008 Portfoliohedges zum Einsatz. Die in diese Sicherungsstrategie einbezogenen Teile der festverzinslichen Vermögenswerte beziehungsweise Verbindlichkeiten werden entgegen der ursprünglichen Folgebewertung (fortgeführte Anschaffungskosten) zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die dadurch resultierenden Effekte in der Gewinn- und Verlustrechnung werden durch die gegenläufigen Ergebniswirkungen der Zinssicherungsgeschäfte (Swaps) kompensiert. Zur Vermeidung von Währungsrisiken werden Währungssicherungskontrakte, bestehend aus Devisentermingeschäften und Zins-/Währungsswaps, eingesetzt. Alle Zahlungsströme in Fremdwährung werden abgesichert.

Zum 31. Dezember 2011 betrug der Value-at-Risk für das Zinsrisiko 167 Mio. € (Vorjahr: 203 Mio. €) und für das Währungsrisiko 168 Mio. € (Vorjahr: 125 Mio. €).

Der gesamte Value-at-Risk für Zins- und Währungsrisiken des Teilkonzerns Volkswagen Finanzdienstleistungen betrug 196 Mio. € (Vorjahr: 179 Mio. €).

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