Der Vorstand des Volkswagen Konzerns sorgt – dem Deutschen Corporate Governance Kodex entsprechend – dafür, dass die gesetzlichen Vorgaben und die unternehmensinternen Richtlinien eingehalten und konzernweit beachtet werden. Volkswagen fühlt sich seit jeher nicht nur an gesetzliche und interne Bestimmungen gebunden; auch freiwillig eingegangene Verpflichtungen und ethische Grundsätze sind integrale Bestandteile unserer Unternehmenskultur und zugleich Richtschnur bei Entscheidungen. Unsere Compliance-Aktivitäten basieren auf einer konzernweiten Strategie, die einen präventiven Ansatz verfolgt. Diese Aktivitäten wurden im Volkswagen Konzern im Berichtsjahr weiter vorangetrieben.

Die im Jahr 2010 eingeführten, weltweit gültigen Verhaltensgrundsätze (Code of Conduct) des Volkswagen Konzerns haben wir im vergangenen Jahr nicht nur erfolgreich in viele bestehende Prozesse integriert, sondern auch in zahlreichen Gesellschaften umgesetzt. Parallel dazu wurde der Ausbau der umfassenden, konzernweiten Compliance-Organisation fortgeführt, um Konzerngesellschaften, Standorte und Geschäftseinheiten dabei zu unterstützen, die Compliance zu fördern und zu sichern. Weltweit wurden in den Marken und Gesellschaften weitere Chief Compliance Officer, Compliance Officer und Compliance-Beauftragte ernannt, die für die Umsetzung der Maßnahmen sorgen und somit den Group Chief Compliance Officer bei seiner Aufgabe unterstützen, präventive Maßnahmen einzuleiten, zu steuern und zu überwachen sowie auf Regeleinhaltung hinzuwirken. Der Group Chief Compliance Officer berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG.

Unsere Compliance-Arbeit wird darüber hinaus durch die in den Konzernstellen bereits vorhandene Compliance-Expertise unterstützt: Das Compliance-Kernteam, unter anderem besetzt mit Experten aus Konzern-Revision, -Sicherheit und -Datenschutz, tagt regelmäßig, und der Compliance-Rat hat auf Ebene des Top-Managements als Multiplikatoren-Gremium im Berichtsjahr seine Arbeit aufgenommen.

Die Aktivitäten im Rahmen des Compliance-Programms konzentrierten sich 2011 im Wesentlichen auf präventive Maßnahmen im Bereich des Wettbewerbs- und Kartellrechts. Wichtige Aktionen waren dabei die direkte Aufforderung des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Martin Winterkorn an die Führungskräfte, die Compliance zu verinnerlichen sowie die Erstellung vielfältiger schriftlicher Informationsunterlagen und ihre Verteilung unter anderem an den Oberen Managementkreis und den Top-Managementkreis der Volkswagen AG. Darüber hinaus fanden in der zweiten Jahreshälfte zielgruppenspezifische Informationsveranstaltungen statt, in denen sich über 1.800 Beschäftigte aus Schwerpunktbereichen qualifizierten. Unterstützt wurde das Compliance-Programm durch den zeitgleichen Einsatz interner Kommunikationsmedien.

Weiterhin wurde im Jahr 2011 das Thema Compliance etwa 6.000 Beschäftigten in fast 200 vertiefenden Präsenzveranstaltungen vermittelt. Der Teilnehmerkreis reichte von neu eingestellten Mitarbeitern über Auszubildende, Beschäftigte in direkten und indirekten Bereichen sowie Führungsnachwuchskräfte bis hin zu Mitgliedern des Oberen Managementkreises. Zusätzlich zu diesen Veranstaltungen erhalten die Mitarbeiter auch über die internen Kommunikationsmedien in regelmäßigen Abständen aktuelle Informationen zu allen Compliance-relevanten Themen. Die Informationen stehen zudem im Intranet jederzeit zum Abruf bereit.

Maßnahmen zur Vorbeugung von Korruption umzusetzen, war im Berichtsjahr ein weiterer Schwerpunkt unserer Compliance-Aktivitäten. Das Angebot eines Online-Lernprogramms zur Vermeidung von Interessenkonflikten und Korruption wurde auf weitere Mitarbeitergruppen ausgedehnt, nachdem es sich im ersten Schritt an die Mitglieder der oberen Managementkreise gerichtet hatte. Auf diesem Weg qualifizierten sich bisher über 40.000 Mitarbeiter der Volkswagen AG und der Konzernmarken. Die Implementierung von Online-Lernprogrammen zur gezielten Aufklärung der Beschäftigten schreitet in zahlreichen Konzerngesellschaften voran und ist ein fester Bestandteil unserer Compliance-Arbeit.

Damit Hinweisgeber eine Anlaufstelle bei Korruptionsverdachtsfällen im Konzern haben, wurde im Januar 2006 bei der Volkswagen AG ein weltweites System zur Verhinderung von Korruption aufgebaut, bestehend aus unabhängigen Rechtsanwälten als Ombudsmänner und einem internen Antikorruptionsbeauftragten. Im Jahr 2011 haben die Ombudsmänner unter Wahrung der Vertraulichkeit für die Hinweisgeber 36 Hinweise an den internen Antikorruptionsbeauftragten der Volkswagen AG weitergeleitet. Allen Hinweisen wird nachgegangen.

Darüber hinaus haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, über eine E-Mail-Adresse Kontakt zur Compliance-Organisation aufzunehmen. Neben den Vorgesetzten und den Ansprechpartnern in den Fachbereichen ist diese E-Mail-Adresse eine zusätzliche Anlaufstelle bei allen Compliance-relevanten Fragen. In über 400 Fällen wurde diese Möglichkeit genutzt, Rat und Hilfe zu erhalten.

Die Bewertung und die frühzeitige Identifikation von Risiken sind Gegenstand des konzernweit integrierten Ansatzes aus Governance, Risk & Compliance. Wie in den Jahren zuvor wurden auch 2011 alle relevanten und aktuellen Compliance-Themen konzernintern einer Risikoanalyse unterzogen, um die Themen des Compliance-Programms für das Jahr 2012 festzulegen. Vor dem Hintergrund des globalen Wachstums des Konzerns wird das Thema Vermeidung von Korruption den Schwerpunkt bilden. Dazu werden vielfältige Präventionsmaßnahmen ergriffen, deren wesentliche Bausteine die Schulung und die Information der Mitarbeiter bleiben.

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