FINANZIELLE SITUATION UND ZAHLUNGSMITTELBESTAND DES KONZERNS

Die Finanzlage des Volkswagen Konzerns wurde im Geschäftsjahr 2011 von dem Erwerb der Porsche Holding Salzburg, der Beteiligung an der SGL Carbon SE sowie von der Erhöhung des Anteils am Grundkapital der MAN SE beeinflusst. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Liquiditätsentwicklung des Konzerns und stellen danach die operativen Ursachen nach Konzernbereichen dar.

Der Brutto-Cash-flow des Volkswagen Konzerns lag mit 18,9 Mrd. € im Berichtsjahr um 3,3 Mrd. € über dem Vorjahr. Die Mittelbindung im Working Capital erhöhte sich im Jahr 2011 um 6,3 Mrd. € auf 10,4 Mrd. €. In der Folge ging der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft auf 8,5 (11,5) Mrd. € zurück.

Die Investitionstätigkeit aus dem laufenden Geschäft des Volkswagen Konzerns stieg im Jahr 2011 um 72,5 % auf 16,0 Mrd. €. Davon entfielen 8,1 Mrd. € auf Sachinvestitionen und 6,4 Mrd. € auf den Erwerb und Verkauf von Beteiligungen. Der Netto-Cash-flow sank um 9,7 Mrd. € auf –7,5 Mrd. €.

Der Zahlungsmittelbestand des Volkswagen Konzerns belief sich am 31. Dezember 2011 laut Kapitalflussrechnung auf 16,5 Mrd. € und lag damit unter Vorjahresniveau. Die Brutto-Liquidität stieg um 1,0 Mrd. € auf 28,7 Mrd. €. Die Netto-Liquidität des Konzerns betrug –64,9 (–49,3) Mrd. €.

FINANZIELLE SITUATION IM KONZERNBEREICH AUTOMOBILE

Der Brutto-Cash-flow des Konzernbereichs Automobile war im Geschäftsjahr 2011 mit 15,4 (12,4) Mrd. € ergebnisbedingt höher als im Vorjahr. Trotz des gestiegenen Geschäftsvolumens konnten aufgrund eines stringenten Managements im Working Capital Mittel in Höhe von 1,7 (1,6) Mrd. € freigesetzt werden. In der Folge stieg der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft deutlich auf 17,1 (13,9) Mrd. €.

Die Investitionstätigkeit aus dem laufenden Geschäft war im Geschäftsjahr 2011 mit 16,0 Mrd. € um 6,9 Mrd. € höher als im Vorjahr. Die Sachinvestitionen beliefen sich auf 7,9 Mrd. €; sie lagen damit um 2,3 Mrd. € über dem Vorjahresniveau. Die Sachinvestitionsquote lag bedingt durch das deutliche Umsatzwachstum mit 5,6 (5,0) % nur leicht über dem Vorjahreswert. Wir investierten vor allem in unsere Fertigungsstandorte sowie in Modelle, die wir in den Jahren 2011 und 2012 in den Markt eingeführt haben beziehungsweise noch einführen werden. Im Wesentlichen sind dies der up!, der Passat für den amerikanischen Markt und der Audi Q3 sowie die Nachfolgermodelle des Golf, des Beetle, des Audi A3, des Audi A4 und des Audi A6. Weitere Schwerpunkte bildeten die ökologische Ausrichtung der Modellpalette sowie der Ausbau der Modularen Baukästen. Die aktivierten Entwicklungskosten lagen mit 1,7 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahres. Innerhalb der Investitionstätigkeit aus dem laufenden Geschäft führte der Erwerb von Beteiligungen zu einem Mittelabfluss in Höhe von 6,6 Mrd. €. Darin enthalten sind der Erwerb der Porsche Holding Salzburg, die Beteiligung an der SGL Carbon SE und die Aufstockung des Anteils an der MAN SE. Der Netto-Cash-flow des Konzernbereichs Automobile ging aufgrund der höheren Beteiligungsinvestitionen um 3,7 Mrd. € auf 1,1 Mrd. € zurück.

In der Finanzierungstätigkeit des Konzernbereichs Automobile kam es zu einem Mittelabfluss in Höhe von 4,3 (3,2) Mrd. €, der insbesondere auf die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten und Dividendenzahlungen zurückzuführen war. Trotz der Investitionen in Beteiligungen lag die Netto-Liquidität des Konzernbereichs Automobile am Ende des Geschäftsjahres 2011 mit 17,0 (18,6) Mrd. € weiterhin auf einem hohen Niveau.

Finanzielle Situation im Bereich Pkw und leichte Nutzfahrzeuge

Der Brutto-Cash-flow des Bereichs Pkw und leichte Nutzfahrzeuge lag im Wesentlichen ergebnisbedingt mit 13,7 Mrd. € um 23,6 % über dem Vorjahreswert. Im Working Capital kam es trotz des Volumenanstiegs zu einer Mittelfreisetzung in Höhe von 1,3 (1,5) Mrd. €. Der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft erhöhte sich infolgedessen um 2,5 Mrd. € auf 15,1 Mrd. €. Die Investitionstätigkeit aus dem laufenden Geschäft belief sich auf 15,5 (9,0) Mrd. € und beinhaltet den Mittelabfluss für den Erwerb der Porsche Holding Salzburg, die Beteiligung an der SGL Carbon SE und die Aufstockung des Anteils an der MAN SE. Gegenüber Vorjahr sind die Sachinvestitionen um 37,6 % gestiegen, während die aktivierten Entwicklungskosten auf dem Vorjahresniveau lagen. Selbst nach gestiegenen Beteiligungs- und Sachinvestitionen war der Netto-Cash-flow mit –0,5 Mrd. € nur leicht negativ.

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FINANZIELLE SITUATION IM BEREICH PKW UND LEICHTE NUTZFAHRZEUGE

Mio. €

 

2011

 

2010

Brutto-Cash-flow

 

13.733

 

11.110

Veränderung Working Capital

 

1.326

 

1.477

Cash-flow laufendes Geschäft

 

15.060

 

12.587

Investitionstätigkeit laufendes Geschäft

 

–15.544

 

–9.009

Netto-Cash-flow

 

–484

 

3.578

Finanzielle Situation im Bereich Lkw und Busse, Power Engineering

Im Bereich Lkw und Busse, Power Engineering lag der Brutto-Cash-flow bei 1,6 (1,2) Mrd. €. Im Working Capital kam es zu einer Mittelfreisetzung von 401 (99) Mio. €, der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft erhöhte sich auf 2,0 (1,3) Mrd. €. Die Investitionstätigkeit aus dem laufenden Geschäft, im Wesentlichen Investitionen in Sachanlagen, betrug 454 (86) Mio. €. Der Netto-Cash-flow verbesserte sich um 0,3 Mrd. € auf 1,6 Mrd. €.

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FINANZIELLE SITUATION IM BEREICH LKW UND BUSSE, POWER ENGINEERING

Mio. €

 

2011

 

2010

Brutto-Cash-flow

 

1.648

 

1.245

Veränderung Working Capital

 

401

 

99

Cash-flow laufendes Geschäft

 

2.049

 

1.344

Investitionstätigkeit laufendes Geschäft

 

–454

 

–86

Netto-Cash-flow

 

1.596

 

1.257

FINANZIELLE SITUATION IM FINANZDIENSTLEISTUNGSBEREICH

Im Geschäftsjahr 2011 lag der Brutto-Cash-flow des Finanzdienstleistungsbereichs mit 3,5 Mrd. € ergebnisbedingt um 9,0 % über dem Vorjahreswert. Die Mittelbindung im Working Capital erhöhte sich aufgrund der gestiegenen Geschäftstätigkeit, der daraus resultierenden höheren Forderungen aus Finanzdienstleistungen sowie der Veränderung des Bestandes an Vermietvermögen auf 12,1 (5,7) Mrd. €. Mit 4,0 Mio. € war die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts niedriger als im Vorjahr. Zur Finanzierung des gestiegenen Geschäftsvolumens wurden – unter anderem durch die Begebung von Anleihen – Mittel in Höhe von 12,6 (2,3) Mrd. € zugeführt. Die Brutto-Liquidität des Finanzdienstleistungsbereichs war mit 7,0 Mrd. € um 3,8 Mrd. € höher als im Vorjahr. Der Anstieg des Kreditstands auf 88,8 (71,2) Mrd. € resultierte im Wesentlichen aus der Ausweitung der Geschäftstätigkeit sowie aus der Einbeziehung der Finanzdienstleistungsaktivitäten von Porsche Holding Salzburg und MAN. Die branchenüblich negative Netto-Liquidität des Finanzdienstleistungsbereichs belief sich am Ende des Geschäftsjahres auf –81,8 (–68,0) Mrd. €.

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