Nicht nur reale Einflussgrößen wie das verfügbare Einkommen prägen das Nachfrageverhalten der Konsumenten, sondern auch nicht planbare, psychologische Faktoren.

Gestiegene Kraftstoff- und Energiepreise können zu einer unerwarteten Kaufzurückhaltung führen, die durch Medienberichte möglicherweise weiter verschärft wird. Dies gilt insbesondere in gesättigten Automobilmärkten wie Westeuropa, in denen wegen der dann auftretenden verlängerten Haltedauer die Nachfrage zurückgehen kann.

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung und die gesamte Automobilindustrie haben auch 2011 die Effekte dieser nicht planbaren, psychologischen Faktoren zusätzlich verstärkt. Einige Automobilmärkte befanden sich in zum Teil dramatischen Abwärtsspiralen, andere wurden durch staatliche Förderprogramme gestützt. Mit unserer attraktiven Modellpalette und intensiven Kundenorientierung konnten wir der drohenden Kaufzurückhaltung wirkungsvoll entgegenwirken.

Neben der krisenbedingten Kaufzurückhaltung sorgen Kraftfahrzeugsteuern, die auf dem CO2-Ausstoß basieren – so wie sie bereits in einigen europäischen Ländern ausgestaltet sind – und hohe Öl- und Energiepreise für eine Verschiebung der Nachfrage zugunsten kleinerer Segmente und Motoren in einzelnen Märkten. Mit der stetigen Entwicklung neuer verbrauchsgünstiger Fahrzeuge und alternativer Kraftstoffe auf der Grundlage unserer Kraftstoff- und Antriebsstrategie, arbeiten wir dem Risiko entgegen, dass eine solche Verschiebung das finanzielle Ergebnis des Volkswagen Konzerns beeinträchtigt. In den stark wachsenden Märkten in Asien und Osteuropa können darüber hinaus Risiken durch staatliche Eingriffe entstehen, die den privaten Verbrauch – zum Beispiel durch restriktive Kreditvergaben oder Steuererhöhungen – einschränken.

Abhängigkeit vom Großkundengeschäft

Im Geschäftsjahr 2011 hat sich der Anteil der gewerblichen Großkunden an den Gesamtzulassungen in Deutschland auf 12,4 (11,5) % erhöht. Die gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung hat sich auch positiv auf die Nachfrage nach Firmenfahrzeugen ausgewirkt. Der Marktanteil des Volkswagen Konzerns stieg bei den gewerblichen Großkunden um 1 Prozentpunkt auf 46,8 (45,8) %. Dank seines umfassenden Produktangebots und der zielgruppenorientierten Kundenbetreuung konnte der Volkswagen Konzern seine Marktführerschaft in diesem Kundensegment in Europa weiter ausbauen: Die Zulassungen auf gewerbliche Großkunden stiegen um 13,2 %, der Marktanteil des Konzerns erhöhte sich auf 28,7 (26,8) %. Das Großkundengeschäft ist weiterhin von einer zunehmenden Konzentration und Internationalisierung geprägt. Angesichts der wachsenden Bedeutung der CO2-Thematik und des Trends zum Downsizing ist der Konzern mit seinem breiten Produktportfolio gut aufgestellt. Eine Konzentration von Ausfallrisiken auf einzelne Großkunden besteht nicht.

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