Ermittlung des aktuellen Kapitalkostensatzes

Der Kapitalkostensatz stellt den gewichteten Durchschnitt der Verzinsungsansprüche an das Eigen- und Fremdkapital dar. Der Eigenkapitalkostensatz wird mit Hilfe des Kapitalmarktmodells „CAPM“ (Capital Asset Pricing Model) bestimmt.

Dieses Modell basiert auf dem Zinssatz langfristiger risikofreier Bundesanleihen, erhöht um die Risikoprämie einer Anlage am Aktienmarkt. Die Risikoprämie setzt sich aus einem allgemeinen Marktrisiko sowie einem spezifischen Unternehmensrisiko zusammen.

Die allgemeine Risikoprämie, die das generelle Risiko einer Kapitalanlage am Aktienmarkt widerspiegelt und sich am Morgan Stanley Capital International (MSCI) World Index orientiert, wurde aufgrund der derzeit zu beobachtenden, erhöhten Unsicherheit am Kapitalmarkt von 5,0 % auf 5,5 % angehoben.

Das spezifische Unternehmensrisiko – die Schwankungen des Kurses der Volkswagen Vorzugsaktie – wird seit 2010 im Rahmen der Beta-Faktor-Ermittlung im Vergleich zum MSCI World Index abgebildet.

Der Wechsel des Vergleichsindex vom DAX zum MSCI World Index wurde erforderlich, weil die Volkswagen Aktie in den Jahren 2008 und 2009 erheblichen Kursschwankungen ausgesetzt war und im Jahr 2010 im DAX ein Wechsel der Aktiengattung hin zu den Vorzugsaktien stattgefunden hat. Mit dem MSCI World Index wird ein Maßstab unterlegt, der für Investoren einen weltweiten Kapitalmarktanspruch widerspiegelt.

Der Betrachtungszeitraum für die Beta-Faktor-Ermittlung erstreckt sich über 5 Jahre mit jährlichen Beta-Werten auf täglicher Basis und einer anschließenden Durchschnittsbildung. Für 2011 wurde ein Beta-Faktor von 1,09 (Vorjahr: 0,99) ermittelt.

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KAPITALKOSTENSATZ NACH STEUERN KONZERNBEREICH AUTOMOBILE

%

 

2011

 

2010

Zinssatz für risikofreie Anlagen

 

2,7

 

3,0

Marktrisikoprämie MSCI World Index

 

5,5

 

5,0

Spezifische Risikoprämie Volkswagen

 

0,5

 

–0,1

(Beta-Faktor Volkswagen)

 

(1,09)

 

(0,99)

Eigenkapitalkostensatz nach Steuern

 

8,7

 

7,9

Fremdkapitalzinssatz

 

5,2

 

4,3

Steuervorteil

 

–1,5

 

–1,3

Fremdkapitalkostensatz nach Steuern

 

3,6

 

3,0

Anteil des Eigenkapitals

 

66,7

 

66,7

Anteil des Fremdkapitals

 

33,3

 

33,3

Kapitalkostensatz nach Steuern

 

7,0

 

6,3

Der Fremdkapitalkostensatz basiert auf der durchschnittlichen Verzinsung langfristiger Kredite. Weil die Fremdkapitalzinsen steuerlich abzugsfähig sind, wird der Fremdkapitalkostensatz um den Steuervorteil von 30 % adjustiert.

Nach Gewichtung auf Basis einer festen Relation für die Marktwerte des Eigen- und Fremdkapitals ergibt sich für den Konzernbereich Automobile für das Jahr 2011 ein effektiver Kapitalkostensatz von 7,0 (6,3) %.

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