FAHRZEUGPRODUKTIONSSTANDORTE DES VOLKSWAGEN KONZERNS
Anteil an der Gesamtproduktion 2011 in Prozent

Fahrzeugproduktionsstandorte des Volkswagen Konzerns (Karte)

Im Geschäftsjahr 2011 hat der Volkswagen Konzern seinen Fertigungsverbund ausgeweitet und in die energieeffiziente Gestaltung der Werke investiert. Die kontinuierliche Optimierung sämtlicher Prozesse im direkten und indirekten Bereich ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der nachhaltigen Steigerung unserer Wertschöpfung. Dank der Nutzung der Modularen Baukästen und dem Aufbau von Werken, in denen Fahrzeuge mehrerer Marken hergestellt werden (Mehrmarkenwerke), können wir die lokalen Bedürfnisse zukünftig noch effizienter bedienen.

Produktionsstandorte

Der Fertigungsverbund des Volkswagen Konzerns hat sich durch den Mehrheitserwerb an der MAN SE um 31 Produktionsstätten erweitert. Am Ende des Berichtsjahres bestand er weltweit aus 94 Standorten, von denen 54 Werke Fahrzeuge herstellen. Die Standorte verteilen sich auf die Kontinente Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien.

Unser effizientes Produktionsnetz besteht aus Fahrzeug- und Komponentenwerken, die einen Leistungsverbund bilden und überwiegend die regionalen Bedarfe abdecken. Dadurch können Auswirkungen externer Faktoren wie Wechselkursschwankungen und Zölle auf ein Minimum begrenzt werden. Zu diesem globalen Produktionsnetz gehören auch unsere Montagepartner in Indonesien, Russland und Malaysia. Diese montieren in unserem Auftrag Fahrzeuge und sind Teil unseres Konzepts zum Ausbau von Fertigungskapazitäten.

Im Geschäftsjahr 2011 produzierte der Volkswagen Konzern erstmals mehr als 8 Mio. Fahrzeuge. Um die steigende Kundennachfrage in den einzelnen Märkten befriedigen und unsere Wachstumsziele erreichen zu können, haben wir zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Die Expansion in neue Märkte ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Wachstumsstrategie, von der auch unsere Komponentenwerke in Deutschland sowie die bestehenden Fahrzeugwerke, die Bauteile für die lokale Montage von Fahrzeugen in diesen Märkten liefern, profitieren.

Der chinesische Markt hat sich zum weltweit größten Automobilmarkt entwickelt und wird auch weiterhin deutlich wachsen. Gemeinsam mit unseren Joint Ventures wollen wir nachhaltig an diesem dynamischen Wachstum teilhaben. Mit dem Ausbau der Fertigungskapazitäten in unseren Werken in Changchun, Nanjing und Chengdu sowie dem Aufbau der neuen Fahrzeugstandorte Yizheng, Foshan und Ningbo haben wir auf die Entwicklung des Marktes reagiert. Das Werk in Yizheng wird voraussichtlich 2012 mit der Produktion beginnen, nur ein Jahr später wird die Produktion in Foshan starten. Im Jahr 2014 wird das Werk in Ningbo die Fahrzeugproduktion aufnehmen.

Ebenfalls sehr bedeutend ist der Automobilmarkt in Nordamerika. Im größten Markt dieser Region, den USA, haben wir 2011 unser neues Fahrzeugwerk in Chattanooga in Betrieb genommen. Es ist eines der modernsten Automobilwerke im Konzern, da es höchste Ansprüche an eine nachhaltige und umweltfreundliche Automobilproduktion erfüllt, und zugleich ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesamtstrategie in dieser Region, auf deren Basis wir dort unsere langfristigen Volumen- und Profitabilitätsziele erreichen wollen. Die Fabrik benötigt circa 35 % weniger Energie als vergleichbare Standardindustriegebäude. In der Endausbaustufe werden wir in Chattanooga mit rund 2.500 Mitarbeitern 150.000 Fahrzeuge im Jahr fertigen.

Im mexikanischen Silao entsteht ein neues Motorenwerk mit einer Jahreskapazität von 330.000 Motoren der neuesten Generation. Nach der Fertigstellung des Werkes im Jahr 2013 wird es zusammen mit den Fertigungsstandorten Puebla und Chattanooga einen regionalen Produktionsverbund bilden, der unsere Marktposition in Nordamerika deutlich stärken wird. Auf diese Weise können wir die regionale Wertschöpfung erhöhen sowie Kosten und Wechselkursrisiken reduzieren.

Der indische Automobilmarkt gehört zu den wichtigsten Wachstumsmärkten der Welt. Mit dem lokalen ŠKODA Montagewerk in Aurangabad sind wir dort bereits seit 1999 mit einer lokalen Produktion präsent; somit haben wir unseren Markteintritt dort langfristig vorbereitet. Aktuell werden in diesem Montagewerk Fahrzeuge der Marken Volkswagen Pkw, Audi und ŠKODA montiert. Darüber hinaus fertigt unser modernes Fahrzeugwerk in Pune, das im Jahr 2009 in Betrieb genommen wurde, Fahrzeuge im Wachstumssegment der Kompakt-Limousine. Die beiden Produktionsstandorte sind die Basis, um von dem Zukunftsmarkt Indien mit seinem starken Wachstum profitieren zu können.

Im Oktober 2011 haben wir in Malaysia mit der lokalen Montage von Fahrzeugen im Rahmen eines partnerbasierten Geschäftsmodells begonnen. Das Produktionsvolumen wird in den nächsten Jahren kontinuierlich auf circa 30.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen. Neben dem Produktionsvolumen werden wir auch hier in den nächsten Jahren den lokalen Wertschöpfungsanteil stetig erhöhen.

Unsere Präsenz im wichtigen Wachstumsmarkt Russland bauen wir weiter konsequent aus. Um unsere lokalen Produktionskapazitäten kurzfristig zu erhöhen, produziert unser russischer Partner, die GAZ Gruppe, seit November 2011 bereits erste Fahrzeuge in unserem Auftrag. Das Fertigungsvolumen wird dort bis zum Jahr 2013 auf 100.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen.

Neuanläufe und Produktionsjubiläen des Jahres 2011

Im Jahr 2011 hat der Volkswagen Konzern weltweit insgesamt 30 Neuanläufe in der Produktion erfolgreich gemeistert, 17 davon betrafen neue Produkte beziehungsweise Produktnachfolger. Ein Highlight war der Fertigungsbeginn der neuen Kleinwagen Volkswagen up!, ŠKODA Citigo und SEAT Mii. Die Marke Volkswagen Pkw startete im neuen Werk in Chattanooga die Produktion des speziell auf den US-Markt zugeschnittenen Passat. Zudem waren die Nachfolger von Golf Cabriolet und New Beetle wichtige Meilensteine im Fertigungskalender. Die Marke Audi ergänzte ihre Modellpalette unter anderem um den Q3. Bentley hat mit dem GT und dem GT Cabriolet die Continental-Klasse überarbeitet. Mit dem ŠKODA Rapid wird ein weiteres Fahrzeug komplett im indischen Pune gefertigt.

Im Berichtsjahr konnten im Volkswagen Konzern außerdem eine Reihe wichtiger Produktionsjubiläen gefeiert werden: Bei den Marken Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge rollte zusammen betrachtet das 125-millionste Fahrzeug vom Band. Darüber hinaus verließen die 25-millionste Golf Limousine und der zehnmillionste ŠKODA unsere Werkshallen. Unser Werk in Emden fertigte im Mai das zehnmillionste Fahrzeug. Im Juli feierte FAW -Volkswagen die Produktion des fünf-millionsten Fahrzeugs.

Das Konzern-Produktionssystem

Im Rahmen des Volkswagen-Wegs optimieren wir weiterhin an allen deutschen Volkswagen Standorten die Prozesse und Strukturen. Das Programm „Sehen lernen“ fordert in einem ersten Schritt dazu auf, jegliche Art von Verschwendung zu identifizieren, sie nachhaltig zu eliminieren sowie neue, effizientere Prozesse einzuführen und als Standard festzulegen. In der zweiten Stufe gab es Veranstaltungen, mit deren Hilfe die abteilungsinterne wie auch die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit verbessert wird. Dieses in Methodik und Vorgehensweise einheitliche System unterstützt uns dabei, auf dem Weg zu einem wertschöpfungsorientierten, synchronen Unternehmen noch besser voranzukommen. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit an den Fertigungsprozessen und -strukturen war die Durchführung von Workshops, die sowohl die Produktivität als auch die Ergonomie am Arbeitsplatz in den Bereichen Konstruktion, Planung und Realisierung neuer Produkte verbessern.

Parallel dazu arbeiten wir im Rahmen eines neuen Logistikkonzepts daran, die Teileversorgung über die gesamte Prozesskette – vom Lieferanten bis zur Montagelinie – zu optimieren. Daraus resultierend werden Prozesse werks- und markenübergreifend standardisiert und somit verstärkt Synergien im Konzern genutzt.

Die im Konzern entwickelten Modularen Baukästen bieten uns dank konsequenter Standardisierung die Möglichkeit, verschiedene Fahrzeug- und Antriebskonzepte mit minimalem Aufwand in einer einheitlichen Fahrzeugarchitektur zu realisieren. Zugleich können die Stückkosten und der Einmalaufwand für ein neues Fahrzeugmodell sowie die Fertigungszeit signifikant gesenkt werden.

Um die weltweit steigende Nachfrage nach Fahrzeugen bedienen zu können, setzen wir verstärkt auf eine Fertigung über Fahrzeugklassen und Marken hinweg. Diese Auslegung der Fertigung sorgt – in Kombination mit dem Einsatz der modularen Baukästen – dafür, dass wir die stetig steigende Komplexität unseres Modellportfolios wirtschaftlich darstellen können. Produktstandards, moderne Produktionsprozesse sowie ganzheitliche Fabrikkonzepte schaffen die Voraussetzung dafür.

Der MQB bildet in den kommenden Jahren die Grundlage für eine Vielzahl unserer Konzernfahrzeuge. Aus diesem Grund wurde der Modulare Produktionsbaukasten (MPB) entwickelt. Wesentliches Kernelement des MPB ist eine weitreichende Standardisierung: Vom Betriebsmittel über Anlagen und Fertigungsbereiche bis hin zur kompletten Fabrik. Standardisierte Elemente werden zu immer neuen Systemen kombiniert, wodurch eine hohe Flexibilität der Anlagen erreicht wird. Die Produktion ist somit zukünftig in der Lage, in einem Werk, auf ein und derselben Anlage, unterschiedliche Modelle verschiedener Marken in variierender Stückzahl produzieren zu können. Auf diese Weise kann die Kapazität der Werke im gesamten Konzern optimal ausgelastet werden.

Eines unserer wichtigsten Ziele ist, die Effizienz kontinuierlich zu steigern. Unsere Produktivität wollen wir um durchschnittlich 10 % im direkten und auch im indirekten Bereich erhöhen, indem wir die Methoden und Instrumente des konzerneinheitlichen Produktionssystems konsequent nutzen.

Um die Mitarbeiter der Konzernmarken hinsichtlich der Produktionsprozesse zu qualifizieren, werden weltweit Trainingscenter aufgebaut. Beispielsweise hat Volkswagen Slovakia 2011 ein neues Center für Logistik in Betrieb genommen. Die Schulungseinrichtung bietet erstmals im Konzern eine maßgeschneiderte Ausbildung für den Bereich Logistik. Weitere Trainingscenter entstanden im Werk Osnabrück und am Standort Wolfsburg.

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