Aktiver Klimaschutz und der sparsame Umgang mit knapper werdenden Rohstoffen spielen bei Volkswagen eine wichtige Rolle. Wir setzen daher nicht nur auf umweltverträgliche Produkte, sondern auch auf eine ressourcenschonende und umweltfreundliche Produktion. Bei den zentralen Umweltkennzahlen der Fertigung haben wir auch 2011 erneut bessere Werte als im Vorjahr erzielt; die Grafiken auf dieser Seite zeigen dies anschaulich. Den Vorgaben interner Normen und Prozessstandards folgend werden die Umweltdaten der produzierenden Konzernstandorte regelmäßig erhoben, geprüft und analysiert. Aus den kontinuierlich fortgeschriebenen Daten können wir ablesen, wie sich die Belastung der Umwelt durch den Konzern entwickelt. Die Datenerhebung umfasst derzeit 59 Standorte.

Ein Ziel unserer umweltschützenden Maßnahmen ist, kontinuierlich die Ressourceneffizienz zu optimieren. Diese verstehen wir nicht nur als Verhältnis von Ressourceninput zu Produktoutput eines Prozesses, sondern betrachten sie ganzheitlich – von der Produktentwicklung bis zum Recycling. Bei der Produktgestaltung steht die Ressourceneffizienz klar im Vordergrund.

Zum Beispiel wurde die Anwendbarkeit des Stoffstrommanagements als eines der innovativen Fertigungsverfahren aus dem Bereich der Fahrzeug- und Komponentenfertigung geprüft und schließlich auch eingeführt. Konkrete Auswirkungen dieser Maßnahme sind unter anderem in der Lackiererei zu sehen, in der sich mit Hilfe eines neu entwickelten Farbwechselsystems der Materialverlust um bis zu 85 % reduziert hat. Außerdem senken wir die Energie- und Materialverbräuche im Bereich der Komponenten. Ein wichtiges Thema ist hier die Grundlastreduzierung beim Stromverbrauch, etwa durch Maßnahmen, die den Verbrauch im Standby-Betrieb der Anlagen herabsetzen. Bei der Erhöhung der Materialeffizienz setzen wir vor allem auf Verfahren mit Minimalmengenschmierung oder Trockenbearbeitung. Dazu gehört auch das sogenannte Taumelverfahren, bei dem die bisherige spanende Bearbeitung von Bauteilen durch eine innovative Umformtechnik ersetzt wird. Dank der Verwendung endformnaher Bauteile können wir die Abfallmenge deutlich verringern.

Volkswagen hat viele Prozesse und Verfahren entwickelt und eingeführt, die sicherstellen, dass Neufahrzeuge zu 85 % recyclingfähig und zu insgesamt 95 % wiederverwertbar sind. Diese Quoten werden vom Kraftfahrtbundesamt regelmäßig bestätigt. Dank der Aufbereitung von Rückständen mit dem Volkswagen Si-Con-Verfahren ist das Recycling von Altfahrzeugen sowohl umweltgerecht als auch wirtschaftlich realisierbar. Volkswagen nimmt innerhalb der EU eigene Altfahrzeuge in der Regel kostenlos zurück. Für deren Verwertung steht ein dichtes Netz mittelständischer Partnerunternehmen zur Verfügung. Viele ausgediente Bauteile – rund 13.000 Positionen – werden von Volkswagen bearbeitet, geprüft und zu Austauschteilen aufbereitet. In Sachen Qualität und Gewährleistung entsprechen diese Rezyklate danach Neuteilen. Unsere Recyclingaktivitäten weiten wir sukzessive auf außereuropäische Märkte aus. Beispielsweise werden seit 2011 auch in China Aggregate aufbereitet.

Eines unserer zentralen Ziele einer umweltschonenden Produktion ist, die Verwendung primärer Rohstoffe weiter zu reduzieren. Deshalb ist der Einsatz von gütegesicherten Rezyklaten in fast allen Fahrzeugbauteilen nicht nur erlaubt, sondern wird sowohl in der konzernweiten Recyclingnorm als auch im projektübergreifenden Volkswagen Umweltlastenheft explizit gefordert. Der Rezyklatanteil aller Werkstoffe beträgt bei den aktuellen Serienmodellen Golf, Polo und Sharan rund 40 % des Fahrzeuggewichts. Neben zahlreichen Metallen werden auch Kunststoffe wiederverwertet. Ein Beispiel ist die Unterbodenschale, die in einigen Fahrzeugen zu 100 % aus Kunststoffrezyklat besteht. Prüfzeugnisse des TÜV NORD bestätigen diese hohen Werte.

Energiemanagement an den Produktionsstandorten

Im Geschäftsjahr 2011 haben wir nicht nur die umweltschützenden Maßnahmen, sondern auch das Energiemanagement an unseren Produktionsstandorten weltweit intensiviert. An den beiden Volkswagen Standorten im indischen Pune und im chinesischen Dalian gibt es seit diesem Jahr Umweltmanagementsysteme, die nach der internationalen Norm EN ISO 14001 zertifiziert wurden. Darüber hinaus führen wir in einem ersten Schritt an den europäischen Standorten des Konzerns ein Energiemanagement-System nach DIN EN 16001 ein. Es wird in das bereits bestehende Umweltmanagementsystem integriert und im Zuge des Öko-Audit-Verfahrens der Europäischen Union beziehungsweise der internationalen Norm EN ISO 14001 mitzertifiziert. Volkswagen erfüllt darüber hinaus in Deutschland die Erfordernisse, die im Konzept der Bundesregierung zur Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie ein wesentliches Element sind.

Weitere Möglichkeiten, Energie einzusparen und die Energieeffizienz an den Standorten und in den einzelnen Produktionsbereichen zu steigern, haben wir systematisch in Form verschiedener Ansätze erarbeitet. Beispielsweise haben wir mit Hilfe von Konzernarbeitskreisen und unterstützenden IT -Anwendungen den Wissenstransfer zwischen den verantwortlichen Personen und den einzelnen Standorten vertiefen können. Zusätzlich haben wir Standardisierungsmaßnahmen eingeleitet, um die Grundlast in produktionsfreien Zeiten zu senken.

Im Hinblick auf das Unternehmensziel, weltweit der umweltfreundlichste Automobilhersteller zu werden, waren die beteiligten Planungsstellen bereits bei der Konzipierung des Werkes in Chattanooga aufgefordert, Ideen und Erfahrungen aus den bestehenden Konzernstandorten auszuwerten. In Anlehnung an diese Ergebnisse und die konzernweiten Standards zur Energieeffizienz entstand im Sinne des „Think Blue.Factory.“-Ansatzes ein fortschrittliches Gesamtkonzept für die umweltgerechte Gestaltung der Gebäude, Infrastruktur und Fertigungstechnik. Darüber hinaus wurden in der Nähe des Werksgeländes Feuchtbiotope erweitert und miteinander verbunden. Die Fabrikgebäude sind nach dem renommierten LEED -Standard des U.S. Green Building Council zertifiziert. Die Zertifizierung bestätigt die Einhaltung anspruchsvoller Normen und Standards für nachhaltiges und umweltfreundliches Bauen. Das LEED -Gütesiegel wird in vier Qualitätsstufen vergeben; das Werk in Chattanooga erhielt als erste Automobilfabrik das Qualitätssiegel der höchsten Stufe, die Platin-Zertifizierung. Außen und innen sind modernste Beleuchtungssysteme installiert, die eine um bis zu 90 % energieeffizientere Technologie nutzen. Im Karosseriebau im neuen Werk wurde die Leistungsfähigkeit erhöht, indem nun für die Herstellung von Schweißnähten Scheibenlaser der neuesten Generation verwendet werden, deren Wirkungsgrad sieben Mal höher als die der bisher verwendeten Stablaser.

Die Lackiererei in Chattanooga ist eine der ersten im Konzern, die auf der Grundlage des sogenannten Prozess 2010 betrieben wird. Dabei fassen wir zwei bisher getrennte Lackierschritte ohne Qualitätsverlust zusammen. So können wir den Aufwand für einen Trockner und die Klimatisierung einer Lackierzone einsparen. Zudem wird die Abluft aus den Lackierkabinen in einen Kreislauf eingespeist – auch das spart Energie: bis zu 70 % im Vergleich zum bisherigen Verfahren. Dieses Umluftsystem basiert darauf, dass der beim Spritzlackieren entstehende Lacknebel hocheffizient und wasserfrei abgeschieden wird. Wir setzen das Verfahren erstmals in Chattanooga ein; es ist Vorbild für alle künftig zu errichtenden Lackieranlagen.

Um die Umweltbelastung durch die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen zu reduzieren, verwenden wir Wasserlacke mit reduziertem Lösemittelgehalt. Die Reste der in der Abluft noch vorhandenen Lösemittel werden in einer modernen Abgasreinigungsanlage eliminiert.

FRISCHWASSERBEZUG UND ABWASSER DES VOLKSWAGEN KONZERNS*
in Kubikmeter pro Fahrzeug

Frischwasserbezug und Abwasser des Volkswagen Konzerns (Balkendiagramm)

GESAMTE CO2-EMISSION DES VOLKSWAGEN KONZERNS*
in Kilogramm pro Fahrzeug

Gesamte CO2-Emission des Volkswagen Konzerns (Balkendiagramm)

ENERGIEVERBRAUCH DES VOLKSWAGEN KONZERNS*
in Megawattstunden pro Fahrzeug

Energieverbrauch des Volkswagen Konzerns (Balkendiagramm)

* MAN und FAW-Volkswagen Automotive Company Ltd. mit dem Werk Chengdu wurde nicht berücksichtigt.

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