Glenn Millers musikalischer Hit „Chattanooga Choo Choo“ von 1941 machte die Stadt am Tennessee River berühmt. Lange bestimmten Schwerindustrie und Eisenbahnen den Alltag der Stadt. Heute steht dort eine der umweltfreundlichsten Automobilfabriken der Welt. In Chattanooga fertigt Volkswagen den Passat speziell für den amerikanischen Markt. Mit dem neuen Werk entstanden bislang 2.500 Arbeitsplätze – zugleich ein nachhaltiges Bekenntnis zu einem der wichtigsten Automobilmärkte der Welt.

Drei Sterne (Grafik)
Chattanooga (Grafik)

Der Falke und der Wachmann sind inzwischen gute Freunde. Sie haben sich im neuen Volkswagen Werk in Chattanooga, Tennessee kennengelernt. „Up on the hill“ – oben auf dem Hügel –, wie sie unten in der Stadt über den Höhenzug im Osten sagen, steht eines der modernsten Automobilwerke der USA. Es fügt sich in eine großartige Kulisse ein: Von Wald umgeben, fließt unten im Tal der Tennessee River, und oben am klaren Himmel ziehen Vögel ihre Kreise.

Auch der Falke. Jeden Morgen landet er auf einem der Lichtmasten des Besucherparkplatzes. Von dort hat er den besten Ausblick auf seine Jagdgründe auf dem Gelände des Volkswagen Werkes. Ein Bach durchzieht das Areal, an seinem naturbelassenen Ufer leben viele Kleintiere. Die Mitarbeiter überqueren jeden Tag die breite Brücke über das Biotop auf dem Weg in die Produktionshallen und zurück. Insgesamt sind bis heute etwa 2.500 Arbeitsplätze am neuen Volkswagen Standort entstanden, weitere 9.500 werden in der Zulieferindustrie erwartet.

Volkswagenwerk in Chattanooga – Seit 2011 läuft dort der US-Passat vom Band. (Grafik)

VOLKSWAGEN WERK IN CHATTANOOGA –
Seit 2011 läuft dort der US-Passat vom Band.

Seit 2011 läuft hier der speziell für den amerikanischen Markt entwickelte Passat vom Band. Denn die Vereinigten Staaten bleiben einer der bedeutendsten Automobilmärkte der Welt. Und ihn will der Volkswagen Konzern auch mit Hilfe der neuen US-Fabrik erobern. Bis 2018 soll der Absatz der Marke Volkswagen Pkw dort auf 800.000 Fahrzeuge pro Jahr wachsen. Dass man auf einem guten Weg ist, zeigt das Erfolgsjahr 2011: Mit über 440.000 Fahrzeugen hat der Volkswagen Konzern seine Auslieferungen in den USA um gut 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Der Passat ist für Volkswagen – ebenso wie der Jetta und der neue Beetle, die im mexikanischen Puebla gefertigt werden – ein Trumpf für die Zukunft. Ein Auto „made in America, for America“. Das Werk in Chattanooga ist im ersten Schritt für ein jährliches Produktionsvolumen von bis zu 150.000 Fahrzeugen ausgelegt. Und es ist bereit für mehr, viel mehr.

Kevin McGregor zählt zu denen, die die neue amerikanische Volkswagen Fabrik wortwörtlich „begrünt“ haben. Der Landschaftsgärtner führt einen eigenen Betrieb mit zwölf Angestellten und hat gemeinsam mit Volkswagen viele neue Ideen umgesetzt. Das spricht sich herum. „Inzwischen kommen Kollegen aus dem ganzen Land, um sich anzusehen, was hier entstanden ist“, erzählt er.

„Grüne“ Ideenvielfalt – Landschaftsgärtner Kevin McGregor hat gemeinsam mit Volkswagen viele neue Ideen umgesetzt: „Inzwischen kommen Kollegen aus dem ganzen Land, um sich anzusehen, was hier entstanden ist.“ (Foto)

„GRÜNE“ IDEENVIELFALT – Landschaftsgärtner Kevin McGregor hat gemeinsam mit Volkswagen viele neue Ideen umgesetzt: „Inzwischen kommen Kollegen aus dem ganzen Land, um sich anzusehen, was hier entstanden ist.“

Industrielle Vergangenheit und Gegenwart könnten sich kaum stärker unterscheiden. „Zu Zeiten der Schwerindustrie war die Luft in Chattanooga so schmutzig, dass wir von der Stadt aus die Berge nicht sehen konnten. Bei Smog sagten sie im Radio, dass wir nicht draußen spielen sollten“, erinnert sich McGregor an seine Kindheit. Heute steht hier eine ressourceneffiziente Automobilfabrik, die ihresgleichen sucht. Der Landschaftsgärtner freut sich, an diesem ökologischen Vorzeigeprojekt mitzuarbeiten.

Bei Volkswagen in Chattanooga fängt die Ökologie bereits auf dem Mitarbeiterparkplatz vor den Werkstoren an. McGregor erläutert, dass das Regenwasser, das durch abgestellte Fahrzeuge und Rückstände verschmutzt wird, durch eigens angelegte sogenannte „Bio-Senken“ fließt. Es wird durch eine spezielle Vegetation und aufgeschüttete Gesteinsschichten den Hang hinuntergeleitet, um Rückstände auf diese Weise biologisch zu binden. Das natürlich gefilterte Wasser kann so ohne aufwendige technische Aufbereitung in einen Bach oder in die Kanalisation eingeleitet werden. „Mehr Umweltschutz, weniger Kosten“, kommentiert McGregor das ressourcenschonende Wasserreinigungssystem.

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