Effiziente Fertigungsabläufe – Vorarbeiterin Thyais Leonard will ihr Team mit ihrer Begeisterung anstecken: „Ohne die Leidenschaft der Mitarbeiter geht es nicht vorwärts.“ (Foto)

EFFIZIENTE FERTIGUNGSABLÄUFE –
Vorarbeiterin Thyais Leonard will ihr Team
mit ihrer Begeisterung anstecken: „Ohne die
Leidenschaft der Mitarbeiter geht es
nicht vorwärts.“

Das ist nur eine von vielen Ideen, die Volkswagen im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsinitiative „Think Blue.“ in Chattanooga umsetzt: angefangen beim weißen, Sonnenlicht reflektierenden Dach, das die darunterliegenden Hallen weniger aufheizt, bis hin zu einem neuen Lackierverfahren, dessen CO2-Ausstoß um 20 Prozent geringer ist als der vergleichbarer Anlagen. Für dieses nachhaltige Fabrikkonzept erhielt Volkswagen die renommierte LEED-Zertifizierung (LEED = Leadership in Energy Efficient Design) – und zwar auf Anhieb als erste Automobilfabrik der Welt in der Platinum-Version. Keinem anderen Automobilwerk wurde bisher vom U.S. Green Building Council ein so hohes Niveau in Sachen Energieeffizienz bescheinigt.

Thyais Leonard, Vorarbeiterin im Finish-Bereich, ist nur 150 Meilen südlich von der heutigen „Green City“ Chattanooga in Birmingham, Alabama, aufgewachsen. Trotzdem hat sie einen weiten Weg bis zu Volkswagen hinter sich. Sie nennt es „my journey to quality“, ihre „Reise zur Qualität“. Ihre vorerst letzte Etappe führte Thyais zu einer siebenmonatigen Qualifizierung in Wolfsburg, dem Hauptsitz von Volkswagen. Zuvor hatte sie schon bei anderen Automobilherstellern in den USA, aber auch in Japan und Kanada Erfahrungen gesammelt. Leonard zählt zu den Experten für die Standardisierung von Fertigungsabläufen – und sie hat das Zeug, ihre Kollegen mit ihrer Begeisterung für effiziente Prozesse anzustecken. „Ohne die Leidenschaft der Mitarbeiter geht es nicht vorwärts“, sagt sie.

Ihre Passion für Volkswagen teilt sie mit immer mehr Menschen in Chattanooga. „Früher hat man hier eher selten einen Volkswagen gesehen. Jetzt wartet vor jeder zweiten Ampel einer“, bemerkt sie nicht ohne Stolz. Doch auch das Werk selbst interessiert die Menschen. Die Führungen durch die Anlage sind auf Wochen im Voraus ausgebucht. Die Besucher lernen eine helle und freundliche Produktion kennen, in der sie das Entstehen eines Autos hautnah erleben. Sie interessieren sich für Abläufe und Arbeitsbedingungen. Sie fragen nach, etwa wenn die Großbildschirme in der Fertigung für ein Gesundheitswochenende werben. Volkswagen bietet seinen Mitarbeitern soziale Zusatzleistungen an. Sie können zum Beispiel kostenlose Vorsorgeuntersuchungen beim „Erlanger Medical Center at Volkswagen Drive“ in Anspruch nehmen, einem Kooperationsprojekt mit dem größten Gesundheitsdienstleister in Chattanooga. Das Gesundheitszentrum kümmert sich um die Werksangehörigen, aber auch um die Bewohner der angrenzenden Stadtteile.

Erfolg durch Ausbildung – Justin Housewright absolviert eine Ausbildung an der Volkswagen Academy, eine Kooperation des örtlichen College und Volkswagen: „Theorie und Praxis gehen Hand in Hand.“ (Foto)

ERFOLG DURCH AUSBILDUNG – Justin Housewright absolviert eine Ausbildung an der Volkswagen Academy, eine Kooperation des örtlichen College und Volkswagen: „Theorie und Praxis gehen Hand in Hand.“

Ebenfalls mit örtlichen Einrichtungen arbeitet die Volkswagen Academy zusammen. Justin Housewright studiert dort im Rahmen des dreijährigen „Automotive Mechatronics Program“. Die Theorie vermitteln Lehrkräfte des Chattanooga State Community College, die praktische Ausbildung übernimmt Volkswagen. „Ich bekomme das Beste aus zwei Welten.“ Der 30-Jährige freut sich darauf, „voll und ganz“ für Volkswagen zu arbeiten. Dass er für seine Praktika von Volkswagen bezahlt wird, ist zudem ein finanzieller Glücksgriff für Housewright.

„Mit Volkswagen als Nachbar ist der Standort Chattanooga für andere Unternehmen deutlich attraktiver geworden.“ Jim Coppinger, Bezirksbürgermeister von Hamilton County (Zitat)

Als im Mai 2009 der Baubeginn des Werks gefeiert und dabei ein großer Hebel symbolisch umgelegt wurde, lag auf diesem auch die Hand von Chattanoogas Oberbürgermeister Ron Littlefield. „Was wir in Chattanooga dank Volkswagen erleben, ist so etwas wie die Geschichte vom Aschenputtel“, resümiert er. Gemessen an der Bevölkerung entstünden derzeit nirgends in den USA mehr neue Jobs als in dieser Stadt. Jim Coppinger, Bezirksbürgermeister von Hamilton County, in dem die Stadt Chattanooga liegt, ergänzt: „Mit Volkswagen als Nachbar ist der Standort Chattanooga für andere Unternehmen deutlich attraktiver geworden.“ Bislang haben sich bereits acht Automobilzulieferer in Chattanooga angesiedelt, die im eigens geschaffenen Zuliefererpark für Volkswagen fertigen.

Auch das Stadtbild wandelt sich: In einstigen Industrieruinen siedeln sich Ateliers und Kneipen an. Parks und Wege laden zum Flanieren ein. Im Zentrum fahren Elektro-Shuttles, die kostenlos genutzt werden können. Am Ufer des Tennessee River steht eines der größten Süßwasseraquarien der Welt. Und passend dazu thront über der Stadt als modernes architektonisches Wahrzeichen das „Hunter Museum“, ein Kunstmuseum, das 2005 aufwendig modernisiert wurde.

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