„Häufiges Starten und Abstellen, viel Leerlauf, sehr kurze Fahrtstrecken, oft nur im ersten und zweiten Gang – so können selbst sparsame TDI-Motoren wie die von Volkswagen ihre hohe Leistungseffizienz nicht optimal ausspielen. Anders der Elektromotor: kein Anlassen, kein Leerlauf, kein Kuppeln, kein Schalten. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist die Energierückgewinnung beim Bremsen“, erklärt Strunz nicht ohne Stolz.

„Anders der Elektromotor: kein Anlassen, kein Leerlauf, kein Kuppeln, kein Schalten. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist die Energierückgewinnung beim Bremsen.“ Jörg Strunz, Projektleiter Caddy Blue- e-Motion, Alternative Antriebskonzepte, Volkswagen Nutzfahrzeuge (Zitat)

In 80 Tagen spulten die Caddy Blue-e-Motion gut 14.000 Kilometer ab, bis zu 44 Kilometer legten sie ohne Nachladen zurück. Die Lithium-Ionen-Batterien der Elektrofahrzeuge benötigen rund eineinhalb Stunden für eine „Neubetankung“, sodass auch zwei Touren pro Tag möglich gewesen wären. Dem 85-kW-Elektromotor, 115 PS stark, übernommen aus dem zukünftigen Golf Blue-e-Motion, gelingen abgeregelte 120 km/h Spitzengeschwindigkeit. Über die muntere Beschleunigung aus dem Stand heraus freuten sich die Fahrer einhellig. Die Deutsche Post DHL als Betreiber freute sich wiederum über niedrige Betriebskosten: Der Strom kostete rund sechs Cent pro Kilometer – und damit nicht einmal ein Viertel so viel wie Diesel-Kraftstoff. Darüber hinaus zeichnet sich ab, dass für Elektrofahrzeuge – im Vergleich zu verbrennungsmotorischen Fahrzeugen – niedrigere Wartungskosten anfallen.

Mitarbeiter der Deutschen Post DHL beim Entladen eines Caddy Blue-e-Motion Nutzfahrzeugs von Volkswagen. (Foto)

Die Erfahrungen der Zusteller mit dem Caddy Blue-e-Motion liefern den Ingenieuren des Volkswagen Konzerns wichtige Erkenntnisse für die technische Weiterentwicklung und künftige Serienauslegung. „Wenn wir bei Regen mit nasser Kleidung im Auto unterwegs sind, beschlagen die Scheiben. Dann muss die Heizung diese schnell wieder frei bekommen.“ Damit spricht Ivonne Rendelmann ein sicherheitsrelevantes Thema an: freie, uneingeschränkte Sicht selbst bei nasser Witterung oder bei Minustemperaturen. „Sicherheit hat auch bei Elektrofahrzeugen höchsten Stellenwert“, betont Jörg Strunz. Da ein Elektroantrieb kaum Wärme abgibt, steht zunächst nur die Batterie als Energiespender für die Heizung zur Verfügung. Das reduziert die Reichweite.

Diese und ähnlich knifflige Aufgaben müssen Ingenieure wie Jörg Strunz auf dem Weg in die elektrische Zukunft noch lösen. Es gilt, Batterien leistungsstärker, sicherer und günstiger zu machen, eine Lade-Infrastruktur aufzubauen und die Energie zur „Betankung“ regenerativ zu gewinnen. Das Elektro-Zeitalter bei Volkswagen beginnt bald: Ab 2013 sollen up! und Golf Blue-e-Motion geräuscharm und emissionsfrei die Straße erobern, gefolgt vom Caddy Blue-e-Motion. Wenn es nach den DHL-Zustellern ginge, dann würden sie lieber heute als morgen auf Strom umsteigen.

 AUTOR Stefan Woltereck

 FOTOGRAF Tim Müller

 WEITERE INFORMATIONEN www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de

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