23 Millionen Menschen leben in Shanghai, einer der zahlreichen Millionenstädte Chinas, und bewegen sich hier tagtäglich fort. Die urbane Mobilität im Reich der Mitte folgt eigenen Regeln und setzt zunehmend Trends. In seinem Forschungslabor in Shanghai treibt der Volkswagen Konzern die Entwicklung neuer Technologien wie der Elektromobilität voran – und schaut dabei weit in die Zukunft.

Maximale Verdichtung. (Foto)

Um zu verstehen, vor welchen Herausforderungen die Mobilitätssysteme der Zukunft stehen, sollte man nachts in Shanghai von einem Wolkenkratzer blicken: Bis zum Horizont reicht das Lichtermeer der Metropole. Im Ballungsraum des Jangtse-Deltas leben sogar fast 100 Millionen Menschen. „Eine derart dynamische Region ist der ideale Standort, um nach neuen Trends und Lösungen zu suchen“, sagt Dr. Tobias Giebel angesichts der imposanten Kulisse. Der Elektroingenieur leitet das Volkswagen Research Lab China, kurz „VRC“.

Forschen für die Mobilität von morgen – Dr. Zhang Bin (links) und Dr. Tobias Giebel im Volkswagen Research Lab Shanghai. (Foto)

FORSCHEN FÜR DIE MOBILITÄT VON
MORGEN – Dr. Zhang Bin (links) und
Dr. Tobias Giebel im Volkswagen
Research Lab Shanghai.

Seit 2006 gehört das Labor auf dem Campus der Tongji Universität zum weltweiten Volkswagen Forschungsnetz – ebenso wie die Zentrale in Wolfsburg und die Forschungsabteilungen im kalifornischen Palo Alto oder in Tokio. Giebels Team arbeitet eng und intensiv mit den anderen Forschungsstandorten des Konzerns zusammen. Auch die chinesischen Gemeinschaftsunternehmen von Volkswagen – die Shanghai Volkswagen Automotive Company und die FAW Volkswagen Automotive Company in Changchun – sind wichtige Partner für die Forscher. „Wir kooperieren mit den führenden Köpfen der Fahrzeugentwicklung in China“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Leohold, Leiter der Volkswagen Konzernforschung in Wolfsburg. „China ist ein ungeheuer dynamischer Markt, der für Volkswagen immer bedeutsamer wird. Für ein Unternehmen wie unseres ist es unverzichtbar, hier mit einem eigenen Forscherteam präsent zu sein.“

„Ein wesentlicher Schwerpunkt ist die Arbeit an neuen Antrieben“, konkretisiert Giebel. „Wir beschäftigen uns aber auch sehr intensiv mit dem Verhalten der chinesischen Kunden. Wir wollen herausfinden, welche Ansprüche sie in Zukunft an ihr Auto stellen werden und wie sie bestimmten neuen Technologien gegenüberstehen“, ergänzt sein Kollege Dr. Zhang Bin.

Volkswagen weltweit. (Grafik)

Die hochmodernen Labore erlauben einen Einblick in die tägliche Arbeit der beiden Elektroingenieure. In Spezialkammern werden beispielsweise Lithium-Ionen-Batterien hunderte Male ge- und wieder entladen. Einige Versuche laufen schon seit Monaten. Untersucht wird, wie leistungsfähig die Batterien auf Dauer in einem Elektro- oder Hybridauto sind. „Wir arbeiten an elektrochemischen Prozessen, aber auch am Thema Sicherheit“, erläutert Elektroingenieur Wen Jiang. Die Hochleistungsbatterien stammen von chinesischen Herstellern. Gemeinsam mit ihnen arbeitet Volkswagen daran, die Batterien an die Standards des deutschen Verbands der Automobilindustrie (VDA) anzupassen.


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